Weihnachten in Neuengland

Tipps von einem Insider (Weihnachten 2008):
"Traditionsgemäß beginnt das Weihnachtsshopping in den USA einen Tag nach Thanksgiving oder genauer um Mitternacht. Hier in Boston sind das in der Hauptsache die jungen Leute, die ab Mitternacht in den Einkaufsmalls zu finden sind.
Von den Nobelmalls (Copley Place) bis zu Walmart sind in der Vorweihnachtszeit die Geschäfte übervoll und es ist nicht immer ein Vergnügen seine Geschenke für die Lieben daheim zu besorgen. Wer kann hier aber widerstehen, wenn die Jeans nur 10 Euro kosten oder der Computer (Micro Center am Memorial Drive) um einiges billiger ist als in Deutschland. Der Zoll am heimatlichen Flughafen sollte dabei nicht vergessen werden. In diesem Jahr gibt es aufgrund der weltwirtschaftlichen Situation mehr Schnäppchen zu holen als in anderen Jahren. Die Geschäfte tun einiges um ihre Waren an den Mann zu bringen.
Ansonsten zeigt sich Boston in der Vorweihnachtszeit geschmückt wie immer. Was noch fehlt ist der Schnee, der aber in den höheren Lagen von Neuengland durchaus schon reichlich vorhanden ist."

In Amerika wird Weihnachten im grossen Stil gefeiert. In Neuengland und den anderen nördlichen Staaten sind »weisse Weihnachten« recht häufig, was die Freude am Fest noch erhöht. Man röstet Esskastanien im Kamin und trinkt heisse Schokolade oder Grog. Der Weihnachtsbaum wird am Heiligabend reich verziert. Die Häuser werden in der Weihnachtszeit mit Kränzen, Girlanden und elektrischen Lichtern üppig geschmückt.

Die ersten Puritaner, die 1620 in Plymouth Fuss fassten, waren in ihrem puritanischen Selbstverständnis und Glaubenslehre noch strenger und "rechtgläubiger" als die britischen Puritaner und für sie war Weihnachten ein sehr heiliges Ereignis, das nicht ausgelassen gefeiert werden durfte. So war im jungen Amerika vor allem in Verwaltungs- und Hoheitsbereich der Puritaner Weihnachten kaum verbreitet und negativ belegt. Es wundert kaum, warum im Kolonialstaat New England von 1649 bis 1658 die Behörden ausgelassene, fröhliche Weihnachtsfeste verboten.

1659 erliess in Boston der Öffentliche Gerichtshof ein Gesetz, das die Feier von Weihnachten als ungesetzlich erklärt und jeder, der den Geist von Weihnachten zur Schau stellte, wurde mit einer Busse von fünf Schillingen bestraft. Als Gründe wurden aufgeführt, dass der Feiertag für viele lediglich eine Entschuldigung war, um zuviel zu trinken und zu essen. Ganz im Gegensatz dazu berichtete John Smith über die Jamestown Siedlung, dass Weihnachten von allen Siedlern mit Freude und ohne Ausschreitungen gefeiert wurde. Jedoch war das in der "schönen Neuen Welt" eher die Ausnahme. Bis weit in das 19. Jahrhundert hielt in den Kolonien von Neuengland der bedauerliche und irregeleitete Eifer der Puritaner gegen die Christen an und es dauerte fast zwei Jahrhunderte, bis sich das Weihnachtsfest in der Neuen Welt etablieren konnte. Erst zur Mitte des 19. Jahrhunderts, als irische und deutsche Einwanderer zahlreich die amerikanische Ostküste überschwemmten, begann Weihnachten zu florieren. Die irischen Einwanderer steuerten den altertümlichen Brauch Lichter an die Fenster zu stellen bei, während die deutschen Einwanderer den Brauch des Weihnachtsbaums importierten. Die Nachbarschaft, durch diese ungewöhnlichen und attraktiven Neuigkeiten entzückt, übernahm die Tradition und trug zu deren rasche Verbreitung bei. Der geschichtliche Hintergrund zu Weihnachten erklärt, warum viele amerikanischen Weihnachtsbräuche wie z.B. Santo Claus, Stockings, Caroling und Lebkuchen ihren Ursprung in Europa haben. Die Amerikaner nahmen diese Bräuche an und gaben bei der Weitergabe an die nachfolgenden Generationen ihre Interpretation dazu.

Quellen: www.excite.de/reise/reisefuehrer/nordamerika/usa/Sozialprofil, www.gzg.fn.bw.schule.de members.chello.at/hhofer/advent-weihnachten, KIP, Kath. Kirche im Privatfunk NRW, http://www.wunderbare-weihnachtswelt.de , http://www.american-products.de

Interessanter Link: Vermont Christmas Tree Association




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